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Gesammelte Schwindeleien
I. Die Cellospielerin

Die Bäume brennen. Das ist schön. Ein paar Wolken löschen das Feuer.
Rilke sitzt im Park und schreibt Sonette in die Luft.
Kinder stapfen lustvoll durch das Laub. Ein Mann mit Händen aus Herbst sammelt Kastanien. Sofort machen es ihm die Kinder nach.
Rilke verlässt seine Bank, weil sich zwei Schwätzerinnen darauf
niedergelassen haben.
Ein paar Jugendliche beobachten ihn, äffen seinen Gang nach. Als Rilke sie ansieht, verlieren sie sich in seinem Blick und verschwinden.
Unter einer Rotbuche spielt eine schöne, ernste Frau Cello.
Rilke bleibt stehen. Die Frau spielt wunderbar. Mit geschlossenen Augen.
Ihr sanftes Wiegen scheint nicht von dieser Welt. Die Lippen sind leicht
geöffnet, das Instrument zwischen ihren Schenkeln atmet.
Rilke lauscht. Sie spielt für die Liebenden.
Die Wolken geben das Licht frei. Jetzt brennen die Bäume wieder.
Das ist schön, nicht wahr?